Dr. Jochen Horn, Tyco
Die WEEE und RoHS betrifft viele Substanzen aus dem Herstellungsprozess und in den Komponenten von elektromechanischen Bauteilen:
- bleihaltige Anschlüsse,
- Lote,
- bleihaltige, cadmiumhaltige Farbzusätze,
- Flammschutzhemmer,
- chromatisierte Oberflächen sowie
- Cadmiumbeschichtung an den Kontaktflächen der Relais.
Tyco setzt die Vorgaben in der WEEE und der RoHS in zwei Stufen um:
1. Stufe: Seit dem Jahr 2003 verwendet Tyco in Europa für die Anschlussflächen bleifreie Beschichtungen mit mattem Reinzinn. Die Teilenummer der Bauelemente wurde nicht geändert. Stattdessen ist die Verpackung entsprechend gekennzeichnet.
2. Stufe: Ab Ende 2004 /Anfang 2005 stehen weltweit die Bauteile für den bleifreien Lötprozess zur Verfügung. Die Produktbezeichnungen sind mit speziellen Codes versehen. Die Preise für die Bauteile werden sich erhöhen, weil temperaturbeständige Kunststoffkörper nötig sind.
Die matte Reinzinnbeschichtung hat sich in Untersuchungen als gute Wahl erwiesen im Hinblick auf Whisker-Bildung, Lötbarkeits- und Benetzungstests, Reibungskräfte und Einpresskräfte. Reinzinnschichten enthalten keine organischen Substanzen und punkten mit geringer Whisker-Bildung, besserer Lötbarkeit, größerem Prozessfenster, stabilem Kontaktwiderstand sowie besserer visueller Prüfung. Weitere Faktoren, um das Whisker-Wachstum zu unterdrücken sind Nickelzwischenschichten und ein Aufschmelzen der elektrolytischen Zinnschicht. Kaltverformungen, Spannungen im Material und thermische Belastungen unter bestimmten Umständen können dagegen das Whisker-Wachstum erheblich fördern. Auch Beimischungen von Glanzbildnern zum Zinn fördern ein Wachstum der Whisker und führen zu Verunreinigungen an der Oberfläche.
Als maximales Akzeptanzkriterium gilt eine Whisker-Länge von < 50 µm.
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