von Michael Jeremias, EADS Deutschland
Wehrtechnik und sicherheitsrelevante Baugruppen fallen bisher unter die Ausnahmen der RoHS. Trotzdem wird es in absehbarer Zeit nur noch RoHS‐konforme Bauelemente geben und viele dieser Baugruppen kommen auch in der zivilen Luft ‐ und Raumfahrt zum Einsatz. Die Besonderheit der Avionik sind die hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit. Zum Vergleich: Die IPC 9701 gestattet für die Konsumindustrie 1% Fehlerrisiko; in der kommerziellen Luftfahrt gerade mal 0,001%.
Aufgrund der bis zu 100mal langsameren Kriechraten der bleifreien Lotlegierungen im Vergleich zu Zinn‐Blei‐Loten lassen sich Lebensdauerprüfungen nicht mit schnellen Temperaturwechselzyklen testen. Gemäß IPC9701A sollen die Verweilzeiten in den Zykeln 30 Minuten betragen.
Eine Gruppe von 60 Unternehmen hat hierfür ein Testprotokoll mit einer Testleiterplatte entwickelt. Der Test ist bestanden, wenn die bleifreien Verbindungstellen gleich oder besser als die bleihaltigen Verbindungsstellen abschneiden. Ergebnisse dieser Analyse werden in 2005 erwartet.
Trotzdem sind noch weitere offene Punkte zu klären. Zu testen sind noch Leiterplatten mit Mikrovias und anderen Oberflächen als chemisch Silber sowie mit BGAs bestückte Leiterplatten. Aufgrund der Z‐Achsenausdehnung braucht es für komplexe Multilayer‐Aufbauten ein Hoch‐Tg‐Material.
Diese Testreihen teilen sich mehrere Partner. Der bisherige Zeitplan sieht die im Jahr 2006 vor. Eine Entscheidung über die Durchführung dieses Projektes soll bei EADS Anfang April fallen.
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